Händehygiene ist wichtig – auch für Dein Piercing!

Die häufigste Frage, welche von Kundenseite gestellt wird, wenn es an die Umsetzung des ersten oder eines neuen Piercings geht, ist folgende: was mache ich, wenn es sich entzünden sollte? Der beste Rat, der hier gegeben werden kann: kontaktiere deine*n Piercer*in und gehe sicher, ob es sich wirklich um eine Entzündung handelt oder lediglich um eine Irritation. So wie eine Verstauchung anders behandelt wird als ein grippaler Infekt, so muss auch bei unterschiedlichen Problemen in Bezug auf dein Piercing situationsabhängig gehandelt werden. Die richtige Einschätzung hierzu erhältst du ausschließlich vom Profi.

Was allerdings viel wichtiger ist, sind diese Fragen: wie vermeide ich, dass sich mein Piercing entzündet? Was kann ich tun, damit mein Piercing möglichst schnell und angenehm abheilt? Neben der richtigen Pflege, vor allem in der Anfangszeit, ist das A und O bei frischen Piercings, sie auf keinen Fall mit ungewaschenen Händen zu berühren. Ein neues Piercing ist schön und aufregend, trotzdem sollte nicht aus dem Blick verloren werden, dass ein frisches Piercing eine Wunde darstellt, in die ein Fremdkörper implantiert wurde. Streng genommen ist ein Piercing ein kleiner operativer Eingriff, weswegen es äußerst wichtig ist, mit der neuen Errungenschaft vorsichtig umzugehen und darauf zu achten, dass keine krankmachenden Mikroorganismen in den Körper eindringen.

Kultivierter Handabdruck eines 8-jährigen nach dem Spielplatz (Tasha Sturm, Cabrillo College via ASM)

Mikroorganismen befinden sich überall – zwischen 100 und 1000 Bakterien befinden sich auf jedem Quadratzentimeter unserer Haut. Manche von ihnen schaden uns nicht, allerdings ist eine Wunde eine Verletzung des körpereigenen Schutzmantels der Haut, wodurch die Immunabwehr nicht einwandfrei funktionieren kann und diese Organismen leichtes Spiel haben, in den Körper einzudringen und sich zu vermehren. Vor allem auf Türklinken, Telefonen, Tastaturen, Geldscheinen und anderen Objekten, welche wir tagtäglich berühren, befinden sich immens viele Krankheitserreger. Versuch mal auf dem Weg der Arbeit oder Schule darauf zu achten, was du alles berührst und überlege dir, wer diese Gegenstände vor dir schon alles angefasst haben könnte. Mehr als 80% aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen!

Die richtige Handhygiene kann vor unangenehmen, langwierigen Entzündungen sowie der Ausbreitung von Krankheiten schützen. Es ist wichtig darauf zu achten, das Piercing ausschließlich mit gewaschenen Händen zu berühren und diese Berührungen auf die tägliche Reinigung des Piercings zu beschränken. Achte beim Waschen auch darauf, den Daumen, die Nägel und die Fingerzwischenräume nicht zu vergessen. Das Händewaschen sollte mindestens dreißig Sekunden dauern. Bei langen Fingernägeln oder Hauterkrankungen an den Händen empfiehlt es sich sogar Handschuhe zu tragen. Auch wenn dein Piercing schon ein paar Wochen alt ist und möglicherweise gar nicht mehr weh tut, ist es wichtig, weiterhin auf die eben genannten Hygieneaspekte zu achten. Piercings heilen von außen nach innen und oft tauchen Probleme auch erst nach einigen Wochen auf.

Deswegen immer dran denken: DON’T TOUCH YOUR PIERCING!

Du kannst gerne mehr über Übertragung von Krankheitserregern im Alltag aus der Mediathek der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erfahren, zum Beispiel aus dem Video.

Artikel von unserem Mitglied Tanja Podjaski