Hallo Alice, wir freuen uns Dich als neues Mitglied bei uns im Verband begrüßen zu dürfen und bedanken uns, dass du dir Zeit nimmst dieses Interview mit uns zu führen.
Magst Du uns ein wenig mehr zu dir und deiner Person verraten? Wer bist du und wie bist du zum Piercen gekommen?
Ich bin Alice, 31 Jahre alt, komme aus Paderborn und bin seit 2019 in der Piercingbranche tätig. Ursprünglich habe ich Lehramt studiert, habe jedoch während dieser Zeit gemerkt, dass mein Wegmich in eine andere Richtung zieht. Durch das Piercen habe ich schließlich meine beruflicheErfüllung gefunden – eine Entscheidung, die ich bis heute keinen einzigen Tag bereut habe.

Was bedeutet Dir das Piercen persönlich und beruflich?
Piercen bedeutet für mich weit mehr als nur das Setzen von Schmuck. Es ist eine Möglichkeit, Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst auszudrücken und sich in ihrem eigenen Körper wiederzufinden. Ein gut gewähltes Piercing kann das äußere Erscheinungsbild unterstreichen und oft auch das Selbstwertgefühl stärken. Besonders schätze ich die vertrauensvolle Situation, in der man mit den Kund*innen arbeitet. Es ist jedes Mal aufs Neue schön zu sehen, wenn jemand mit einem guten Gefühl und einem gestärkten Selbstbewusstsein das Studio verlässt.
Welche Schwerpunkte oder Themen liegen Dir besonders am Herzen?
Neben dem eigentlichen Piercen liegt mir besonders die Arbeit mit hochwertigem Schmuck und Edelsteinen am Herzen. Ich habe eine große Leidenschaft dafür, gemeinsam mit meinen Kundinnen individuelle Konzepte zu entwickeln und stimmige Ear Curations zu gestalten. Mich begeistert dabei vor allem die Verbindung aus Ästhetik, Anatomie und persönlichem Stil. Ob eher zurückhaltend und fein oder auch etwas ausdrucksstärker und maximalistischer – ich liebe es, Looks zu kreieren, die nicht nur schön sind, sondern wirklich zur Person passen und sie langfristig begleiten.
Welche Tätigkeit als piercende Person wird am meisten unterschätzt?
Ich denke, dass der Beruf als piercende Person oft in seiner Komplexität unterschätzt wird. Es geht bei weitem nicht nur um das präzise Setzen eines Piercings, sondern erfordert ein sehr breites Spektrum an Fähigkeiten. Dazu gehören fundiertes anatomisches Wissen, ein tiefes Verständnis für Wundheilungsprozesse und Materialkunde, aber ebenso ein ausgeprägtes Gespür im Umgang mit Menschen. Gerade in Situationen, in denen Kundinnen aufgeregt oder unsicher sind, ist Einfühlungsvermögen ein zentraler Bestandteil der Arbeit.
Wie gehst du mit Fehlern um?
Piercen ist und bleibt ein Handwerk – und wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Entscheidend ist für mich dabei der Umgang mit solchen Situationen. Mir ist ein offener, transparenter und ehrlicher Austausch mit der Kundin besonders wichtig. Wenn etwas nicht optimal verlaufen ist, wird das klar kommuniziert und gemeinsam besprochen. Dabei geht es vor allemdarum, eine Lösung zu finden, mit der sich die Kundin wohlfühlt – sei es, das Piercing so zubelassen oder es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal neu zu setzen.
Gibt es Vorbilder oder Schlüsselmomente?
Mein Einstieg in die Branche war nicht ganz einfach und von einigen Herausforderungen geprägt. Einen ganz entscheidenden Einfluss hatte für mich Tanja, die mir den Mut gegeben hat, den Schritt wirklich zu wagen. Sie hat mir die Tür zur Branche geöffnet. Auch Ryan Ouellette hat mich stark begleitet, insbesondere durch seine technischen Inhalte. Generell habe ich im Laufe der Zeitgemerkt, dass unsere Branche von vielen hilfsbereiten Menschen lebt.

Was bedeutet es für Dich, Teil des VPP zu sein?
Für mich ist es eine große Ehre, Teil des VPP zu sein. Gerade zu Beginn meiner Laufbahn war der Verband für mich ein absoluter Maßstab, wenn es um Standards, Qualität und die eigene berufliche Ausrichtung ging. Umso bedeutungsvoller ist es für mich, nun selbst aktives Mitglied zu sein und ein Teil davon mittragen zu dürfen.
Gab es Herausforderungen auf dem Weg?
Ja, die Bewerbung war mit einigen Auflagen verbunden. Ich befinde mich aktuell in einer Phase der Umstrukturierung in meinem Studio und trage viele Verantwortungsbereiche. Themen wie Sporen-und Validierungstests waren neu für mich, haben mir aber geholfen, meine Abläufe weiter zu professionalisieren. Besonders positiv war die Unterstützung während dieses Prozesses.
Was erhoffst Du Dir?
Ich erhoffe mir, aktiv dazu beitragen zu können, dass der VPP langfristig bestehen bleibt. Außerdem freue ich mich auf Austausch, Vernetzung und darauf, meine Fähigkeiten einzubringenund gemeinsam mit anderen in eine klare, qualitätsorientierte Richtung zu gehen.
Vielen lieben Dank für dieses Interview. Ich möchte dir noch die Möglichkeit bietenzum Schluss noch etwas zu sagen. Gibt es noch etwas Persönliches oder Besonderes,das du gerne mit uns teilen möchtest?
Ich freue mich sehr darüber, dass meine Bewerbung angenommen wurde. Gleichzeitig habe ich den Anspruch, ein aktives und produktives Mitglied zu sein. Auch wenn ich aktuell noch nicht alles leisten kann, was ich mir langfristig vornehme, werde ich den Verband bestmöglich unterstützen und Schritt für Schritt hineinwachsen.