Vorgestellt: Vom Zufall zur Leidenschaft mit Fokus auf den Menschen – Franz aus Düsseldorf im Interview

Hallo Franz, wir freuen uns Dich als neues Mitglied bei uns im Verband begrüßen zu dürfen und bedanken uns, dass du dir Zeit nimmst dieses Interview mit uns zu führen.

Magst Du uns ein wenig mehr zu dir und deiner Person verraten? Wer bist du und wie bist du zum piercen gekommen?

Ich muss zugeben, dass ich da einfach reingerutscht bin. Im Zuge meiner Ausbildung zum Heilpraktiker, hatte ich schon einige Erfahrung in der Handhabung von Nadeln sammeln können. Zur selben Zeit wurde im Studio, in dem ein Freund von mir arbeitete, dringend eine piercende Person gesucht und er fragte mich, ob ich Interesse hätte den Beruf zu erlernen, da ich ja zumindest besagte Vorerfahrung bieten konnte. Bis dato hatte ich nicht viel Kontakt zu der Thematik, musste aber nach kurzer Zeit feststellen, meine neue Passion gefunden zu haben und ein paar Jahre später wurde es nicht nur zu meinem Vollzeitjob, sondern zu einem der einflussreichsten Teile meines Lebens.

Dankeschön! Was bedeutet Dir das Piercen persönlich und beruflich?


Wie schon erwähnt wurde das Piercen zu meiner Passion und niemals endender Hyperfixation. Ich kann nicht genug davon bekommen darüber zu reden oder mich weiterzubilden. Beruflich ist es auch nach all den Jahren noch absolut erfüllend. Es gibt immer wieder noch Raum um sich zu
weiterzuentwickeln und auch der Alltag ist immer recht abwechslungsreich, so das mir nie langweilig wird.

Welche Schwerpunkte oder Themen liegen Dir in deiner Arbeit, neben
dem Piercen, besonders am Herzen?


Für mich steht der Mensch immer im Zentrum. Mir ist es wichtig auf die Bedürfnisse meiner
Kund:innen einzugehen. Ihnen Sicherheit zu geben und Ängste zu nehmen, zu beraten und sie zu
dekorieren. Immer mit Zeit ohne Druck, mit Respekt und Toleranz.

Welche Tätigkeit als piercende Person wird, deiner Meinung nach, am meisten unterschätzt?


Das Beraten und Aufklären. Ich versuche immer meine Kund:innen weiterzubilden. Je besser meine sie sich auskennen um so weniger kann im Prozess schief gehen. Gerade Menschen die mich schon seit Jahren besuchen, kennen sich irgendwann so gut aus, dass ich sie fast schon als Aushilfe einstellen könnte. Wie schon gesagt werde ich aber auch nie müde über das Thema zu reden und Menschen die grundlegenden Prinzipien verständlich zu machen, ich gehe aber auch immer gerne mehr in die Tiefe, wenn bei meinem Gegenüber das Interesse dafür besteht.

Fehler passieren. Wie gehst du mit Situationen um in denen das Piercingnicht so gelungen ist wie Du das wolltest?


Das ist ein wichtiges Thema. Ich versuche da immer möglichst transparent zu sein. Natürlich ist das immer eine unangenehme Situation, welche glücklicherweise auch nicht allzu häufig vorkommt. Fehler passieren allen mal, aber es sollte nie ein Mensch mit einem verstochenen Piercing das Studio verlassen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass genau diese Transparenz viel Vertrauen schafft, da die Menschen sicher sein können, dass ich immer auf möglichst hohem Niveau arbeite und ehrlich mit ihnen umgehe.

Gibt es Vorbilder oder Schlüsselmomente, die Dich in deiner Entwicklung als piercende Person beeinflusst haben?


Für mich war das definitiv der Wechsel aus dem Studio, in dem ich angefangen hatte, zu Serious Piercing. Dadurch hatte ich endlich die Möglichkeit auf dem Niveau zu arbeiten, mit dem ich mich zufriedengeben konnte und hatte auch die Möglichkeit mich weiter zu professionalisieren.

Jetzt wo Du offizielles Mitglied im VPP bist- was hat dich motiviert, Mitglied im Verband zu werden?


Ich habe ehrlichgesagt schon lange mit dem Gedanken gespielt Mitglied im Verband zu werden,
da ich die Arbeit die dort geleistet wird, wie auch die Menschen die daran beteiligt sind sehr schätze. Wie so oft hab ich die Bewerbung immer wieder auf die lange Bank geschoben, bis der
Moment kam.

Für deine Bewerbung müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllt sein, welche war die größte Hürde für Dich?


Tatsächlich die Zeit dafür zu finden. Und meine Tendenz zur Prokrastination zu überwinden.

Was erhoffst Du dir von deiner Mitgliedschaft im Verband?


Mich weiter zu Professionalisieren und mich noch mehr mit all den lieben Kolleginnen im Verband auszutauschen.

Vielen lieben Dank für dieses Interview. Ich möchte Dir die Möglichkeit bieten zum Schluss noch etwas zu sagen. Gibt es noch etwas Persönliches oder Besonderes, das du gerne mit uns teilen möchtest?


Ich freu mich nur endlich dabei zu sein. Und falls dies andere Piercende lesen, welche auch schon mit dem Gedanken an eine Mitgliedschaft gespielt haben, macht es einfach, ist schön hier.